Seit Oktober 2025 ist die Fettabsaugung bei Lipödem offiziell Kassenleistung. Der G-BA-Beschluss vom 17. Juli 2025 bedeutet einen historischen Durchbruch für etwa 4 Millionen betroffene Frauen in Deutschland. Doch nicht jede Liposuktion wird von der Krankenkasse übernommen. Entscheidend ist die medizinische Indikation.
Lipödem ist eine chronische, schmerzhafte Fettverteilungsstörung – kein Schönheitsmakel. Betroffene leiden unter Druckschmerzen, Hämatomen und massiven Bewegungseinschränkungen. Jahrelang wurden sie als „übergewichtig“ abgestempelt, obwohl Diäten nichts bewirken. Die neue Kassenleistung erkennt endlich an: Lipödem ist eine behandlungsbedürftige Erkrankung.
Dieser Leitfaden erklärt die klare Abgrenzung zwischen medizinisch notwendiger Fettabsaugung bei Lipödem und ästhetischer Liposuktion. Sie erfahren, welche Voraussetzungen seit 2026 gelten, wie die WAL-Methode funktioniert und welchen praktischen Weg Sie zur Kostenübernahme gehen müssen.
Das Wichtigste in Kürze
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Thema |
Key Takeaway |
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Kassenleistung |
Seit Oktober 2025 ist die Fettabsaugung bei Lipödem Regelleistung der gesetzlichen Krankenkassen für alle Stadien I-III. |
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Voraussetzungen |
BMI unter 35, 6 Monate konservative Therapie mit lückenloser Dokumentation und Vier-Augen-Prinzip (zwei unabhängige Fachärzte). |
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Medizinische Indikation |
Schmerzen, Hämatom-Neigung, Bewegungseinschränkung und psychosoziale Belastung sind entscheidend – nicht das Stadium. |
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WAL-Methode |
Die Wasserstrahl-assistierte Liposuktion ist besonders lymphgefäß-schonend |
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Selbstzahler-Option |
Bei BMI über 35 oder fehlender 6-Monats-Therapie ist die Behandlung als Selbstzahler möglich (4.000-8.000€ pro Eingriff). |
Was ist Lipödem? Abgrenzung zu Adipositas und Lymphödem
Lipödem ist eine chronische Erkrankung, bei der sich krankhaft verändertes Fettgewebe symmetrisch an Armen oder Beinen vermehrt. Fast ausschließlich Frauen sind betroffen. Die Erkrankung beginnt meist während hormoneller Umbruchphasen: in der Pubertät, nach Schwangerschaften oder mit den Wechseljahren.
Anders als bei Adipositas hilft keine Diät gegen das Lipödem-Fett. Betroffene erleben oft jahrelang Fehldiagnosen und Stigmatisierung. Dabei ist die Erkrankung klar definiert. Typische Symptome sind symmetrische Fettgewebsvermehrung an den Extremitäten, während Hände und Füße nicht betroffen sind. Dazu kommen Druckschmerzen, Spannungsgefühle und eine ausgeprägte Hämatom-Neigung – schon leichte Stöße führen zu blauen Flecken.
Abgrenzung zu Adipositas: Adipositas zeigt eine gleichmäßige Fettverteilung am ganzen Körper. Die Betroffenen haben keine Schmerzen, keine erhöhte Hämatom-Neigung und Gewichtsreduktion zeigt Wirkung. Beim Lipödem ist das Fettgewebe diät-resistent und die Disproportionen zwischen Rumpf und Extremitäten bleiben bestehen.
Abgrenzung zu Lymphödem: Das Lymphödem entsteht durch Flüssigkeitsansammlung im Gewebe, nicht durch Fettgewebsvermehrung. Es ist oft einseitig und betrifft auch Hände und Füße. Das Stemmer-Zeichen ist positiv – man kann die Haut auf den Zehen nicht abheben. Beim Lipödem bleiben Hände und Füße frei und das Stemmer-Zeichen ist negativ.
Lipo-Lymphödem (Stadium 4): Nach 15 bis 18 Jahren unbehandeltem Lipödem, meist zwischen dem 40. und 50. Lebensjahr, kann sich ein sekundäres Lymphödem entwickeln. Das Lymphsystem wird durch das krankhaft vermehrte Fettgewebe überlastet. In diesem Stadium schwellen auch Hände und Füße an, das Gewebe verhärtet sich. Die Behandlung erfordert besondere Expertise, ist aber durch erfahrene Chirurgen weiterhin möglich.
Lipödem-Stadien im Detail: I, II, III und Lipo-Lymphödem
Traditionell wird Lipödem in drei Stadien eingeteilt. Die neue S2k-Leitlinie von 2024 kritisiert diese Einteilung jedoch. Nicht das äußere Erscheinungsbild, sondern die Symptome sind entscheidend für die Behandlungsindikation.
Stadium I: Die Haut ist glatt, das Unterhautfettgewebe erscheint homogen verdickt. Die Oberfläche zeigt noch keine Dellen oder Knoten. Dennoch können bereits Schmerzen, Spannungsgefühle und Hämatom-Neigung bestehen.
Stadium II: Die Hautoberfläche wird wellig und uneben. Im Fettgewebe sind tastbare Knoten vorhanden. Die Symptomatik verstärkt sich oft. Bewegungseinschränkungen nehmen zu.
Stadium III: Es bilden sich ausgeprägte Umfangsvermehrungen mit überhängenden Gewebelappen. Die Beweglichkeit ist stark eingeschränkt. Der Leidensdruck ist immens.
Wichtig – Neue S2k-Leitlinie 2024: Die aktuelle Leitlinie stellt klar: Das Stadium allein ist kein Maß für den Schweregrad oder die Behandlungsnotwendigkeit. Entscheidend sind die Symptome – Schmerzen, Bewegungseinschränkungen und psychosoziale Belastung. Eine Frau mit Stadium I kann stärkere Beschwerden haben als eine Patientin in Stadium III. Die Indikation zur Fettabsaugung bei Lipödem ist daher nicht mehr stadien-abhängig.
Lipo-Lymphödem (Stadium 4): Meist zwischen dem 40. und 50. Lebensjahr entsteht durch die Überlastung des Lymphsystems ein sekundäres Lymphödem. Das erkrankte Fettgewebe komprimiert die Lymphgefäße über Jahre. Charakteristisch ist, dass nun auch Hände und Füße anschwellen – im Gegensatz zum reinen Lipödem. Das Gewebe verhärtet sich, Hautverfärbungen sind möglich. Die Behandlung erfordert besondere Expertise, ist aber durch erfahrene Chirurgen machbar.
Medizinische vs. ästhetische Indikation – Der entscheidende Unterschied
Die Unterscheidung zwischen medizinischer und ästhetischer Indikation ist zentral für die Kostenübernahme. Beide Behandlungen heißen „Fettabsaugung“, doch Ziel, Technik und Umfang unterscheiden sich fundamental.
Medizinische Indikation bei Lipödem (Kassenleistung möglich)
Entscheidende Kriterien: Die medizinische Indikation liegt vor, wenn das Lipödem nachweisbar die Gesundheit und Lebensqualität beeinträchtigt. Schmerzen – insbesondere Druck- und Spannungsschmerzen – stehen im Vordergrund. Hämatom-Neigung führt dazu, dass schon leichte Berührungen blaue Flecken verursachen. Bewegungseinschränkungen schränken den Alltag ein. Die neue S2k-Leitlinie erkennt zudem psychosoziale Belastung als Indikationskriterium an. Betroffene leiden oft unter Schamgefühlen, sozialem Rückzug und Depression.
Zusätzlich muss Therapieresistenz nachgewiesen werden. Sechs Monate konservative Therapie mit Kompression und Lymphdrainage müssen lückenlos dokumentiert sein, ohne dass eine ausreichende Besserung eintrat.
Ziel der medizinischen Fettabsaugung: Das Hauptziel ist Schmerzlinderung und Verbesserung der Beweglichkeit. Dazu muss der überwiegende Anteil der erkrankten Fettzellen vollständig entfernt werden. Eine partielle Behandlung würde zu Rezidiven führen. Die Lebensqualität soll wiederhergestellt werden.
OP-Technik bei medizinischer Indikation: Die Operation erfolgt achsengerecht zu den Lymphbahnen. Die Lymphgefäße müssen geschont werden, da sie beim Lipödem bereits belastet sind. Die WAL-Methode (Wasserstrahl-assistierte Liposuktion) ist hier besonders vorteilhaft. Die vollständige Entfernung des erkrankten Fettgewebes ist essenziell. Es dürfen keine größeren Areale unbehandelt bleiben, da sich die Erkrankung sonst fortsetzt.
Ästhetische Indikation (Selbstzahler)
Entscheidende Kriterien: Bei der ästhetischen Liposuktion besteht keine medizinische Notwendigkeit. Die Patientin wünscht sich eine Verbesserung der Körperproportionen aus kosmetischen Gründen. Es bestehen keine Schmerzen, keine Hämatom-Neigung und keine Bewegungseinschränkungen. Oft handelt es sich um jüngere Patientinnen, die präventiv handeln wollen oder mit ihrem Körperbild unzufrieden sind.
Ziel der ästhetischen Fettabsaugung: Hauptziel ist die kosmetische Körperformung. Es geht um eine harmonische Silhouette und ausgeglichene Proportionen. Eine partielle Fettentfernung ist ausreichend. Manche Bereiche können bewusst unbehandelt bleiben, wenn sie nicht stören.
OP-Technik bei ästhetischer Indikation: Die Technik unterscheidet sich grundlegend. Das Criss-Cross-Verfahren wird eingesetzt, um eine gleichmäßige Kontur zu erreichen. Der Fokus liegt auf dem ästhetischen Endergebnis, nicht auf der vollständigen Entfernung aller Fettzellen. Die Lymphgefäße sind gesund und weniger gefährdet.
Warum diese Unterscheidung wichtig ist
Krankenkassen übernehmen nur medizinisch indizierte Operationen. Wenn Sie eine rein ästhetische Behandlung wünschen, aber die medizinischen Kriterien nicht erfüllen, ist das Ihr gutes Recht – Sie müssen dann jedoch selbst zahlen. Umgekehrt sollten Lipödem-Patientinnen wissen, dass ihre Behandlung anspruchsvoller ist als eine ästhetische Liposuktion. Die vollständige, lymphgefäß-schonende Entfernung des erkrankten Gewebes erfordert besondere Expertise und oft mehrere Sitzungen.
Falsche Erwartungen schaden beiden Seiten. Eine ästhetische Liposuktion hilft nicht bei Lipödem-Schmerzen, wenn das erkrankte Gewebe nicht vollständig entfernt wird. Und eine medizinische Lipödem-OP zielt primär auf Symptomlinderung ab, nicht auf perfekte Proportionen – auch wenn sich das ästhetische Erscheinungsbild deutlich verbessert.
Lipödem OP Kostenübernahme Krankenkasse 2026
Der G-BA-Beschluss vom 17. Juli 2025 ist ein Meilenstein. Seit dem 9. Oktober 2025 ist die Fettabsaugung bei Lipödem Regelleistung der gesetzlichen Krankenkassen. Die vollständige Umsetzung mit allen Qualitätsanforderungen erfolgte im Januar 2026.
G-BA-Beschluss: Was sich ab 2026 ändert
Jahrelang mussten Lipödem-Patientinnen mühsame Einzelfallentscheidungen durchlaufen. Viele Anträge wurden abgelehnt. Die LIPLEG-Studie brachte die Wende. Über 400 Teilnehmerinnen und mehr als 1.000 durchgeführte Liposuktionen bewiesen wissenschaftlich: Die Fettabsaugung lindert Schmerzen signifikant und verbessert die Lebensqualität langfristig – weit mehr als konservative Therapie allein.
Auf Basis dieser positiven Nutzenbewertung beschloss der Gemeinsame Bundesausschuss die Aufnahme in den Leistungskatalog. Alle Stadien I bis III sind abgedeckt. Es handelt sich nicht mehr um eine „Kann-Leistung“ mit Ermessensspielraum, sondern um eine Regelleistung bei Erfüllung der Kriterien.
Voraussetzungen im Detail
Vier zentrale Voraussetzungen müssen erfüllt sein. Sie dienen der Qualitätssicherung und verhindern Überdiagnostik.
- Vier-Augen-Prinzip (NEU ab 2026!) Zwei unabhängige Fachärzte müssen die Diagnose und OP-Indikation bestätigen. Facharzt 1 stellt die Erstdiagnose. Qualifiziert sind Fachärzte für Innere Medizin mit Schwerpunkt Angiologie, Dermatologen, Phlebologen oder Physikalische Rehabilitationsmediziner. Facharzt 2 muss die Indikation zur Operation unabhängig bestätigen – er darf nicht der operierende Chirurg sein. Diese Regelung soll sicherstellen, dass die Diagnose fundiert ist und eine OP wirklich notwendig ist.
- BMI-Vorgaben (STRIKT!) Der Body-Mass-Index muss unter 35 kg/m² liegen. Das ist eine harte Grenze. Bei einem BMI zwischen 32 und 35 kg/m² wird zusätzlich die Waist-to-Height-Ratio (WHtR) geprüft. Liegt der BMI über 35, ist keine Kostenübernahme möglich. Die Begründung: Es muss eine klare Abgrenzung zur Adipositas geben. Außerdem steigt das Komplikationsrisiko bei Operationen mit zunehmendem BMI. Betroffene mit BMI über 35 können die OP als Selbstzahler durchführen lassen, wenn die medizinische Indikation besteht.
- 6-Monate konservative Therapie Vor der Operation muss eine konservative Therapie über mindestens sechs Monate lückenlos dokumentiert sein. Die Komplexe Physikalische Entstauungstherapie (KPE) umfasst vier Säulen: Kompressionstherapie mit flachgestrickten Strümpfen (Klasse II bis IV), Manuelle Lymphdrainage (MLD) zwei- bis dreimal wöchentlich, Bewegungstherapie und eine stabile Gewichtssituation. Ernährungsberatung wird empfohlen. Die lückenlose Dokumentation ist essenziell. Fehlende Nachweise können zur Ablehnung führen. Ziel ist der Nachweis der Therapieresistenz – die konservative Behandlung konnte die Symptome nicht ausreichend lindern.
- Qualifikation des Operateurs Der Chirurg muss mindestens 50 eigenständig durchgeführte Lipödem-Operationen nachweisen. Er muss Facharzt für Plastische und Ästhetische Chirurgie oder eine äquivalente Qualifikation haben. Die OP-Technik ist auf die Tumeszenz-Methode beschränkt – WAL und PAL zählen dazu. Pro Eingriff dürfen maximal 3 Liter reines Fett abgesaugt werden. Bei größeren Absaugmengen ist eine stationäre Überwachung von mindestens 12 Stunden Pflicht.
Schritt-für-Schritt zur Kostenübernahme
Schritt 1: Diagnose durch Facharzt 1 Suchen Sie einen qualifizierten Facharzt für die Erstdiagnose auf. Die Diagnose erfolgt durch Anamnese, Inspektion und Palpation. Laboruntersuchungen oder Bildgebung sind nicht erforderlich.
Schritt 2: Konservative Therapie 6 Monate Beginnen Sie mit der KPE und dokumentieren Sie lückenlos. Kompression muss konsequent getragen werden. Lymphdrainage-Termine und Gewichtsverlauf müssen nachvollziehbar sein.
Schritt 3: Bestätigung durch Facharzt 2 Nach sechs Monaten lassen Sie die OP-Indikation von einem zweiten, unabhängigen Facharzt bestätigen. Dieser darf nicht Ihr operierender Chirurg sein.
Schritt 4: OP-Planung mit qualifiziertem Chirurgen Vereinbaren Sie einen Beratungstermin bei einem Chirurgen, der die Qualifikationskriterien erfüllt. Gemeinsam planen Sie die Behandlung – meist sind 2 bis 3 Sitzungen notwendig.
Schritt 5: KEIN formaler Antrag mehr nötig Das ist neu: Sie müssen keinen Antrag bei der Krankenkasse stellen. Die Klinik oder Praxis prüft direkt, ob alle Voraussetzungen erfüllt sind.
Schritt 6: Direkte Prüfung durch Klinik/Arzt Der behandelnde Arzt dokumentiert die Erfüllung aller Kriterien und rechnet direkt mit der Krankenkasse ab.
Schritt 7: Automatische Abrechnung bei Erfüllung Sind alle Kriterien erfüllt, erfolgt die Abrechnung automatisch. Bei Unsicherheiten kann die Krankenkasse den Medizinischen Dienst (MDK) einschalten. Die Prüffrist beträgt drei Wochen, bei MDK-Einschaltung fünf Wochen.
Schritt 8: Fiktive Genehmigung nach Fristablauf Äußert sich die Krankenkasse nicht innerhalb der Frist, gilt die Behandlung als genehmigt.
vielleicht sollten wir hier eintragen, dass wir keine gesetzlich versicherten Patienten operieren können; wir haben keine Kassenzulassung
Konservative Therapie – Warum ist sie Pflicht?
Die sechsmonatige konservative Therapie ist nicht Schikane, sondern sinnvolle Qualitätssicherung. Sie dient dem Nachweis, dass konservative Maßnahmen allein nicht ausreichen.
Komplexe Physikalische Entstauungstherapie (KPE) – Die 4 Säulen:
Säule 1 ist die Kompressionstherapie. Flachgestrickte Kompressionsstrümpfe der Klasse II bis IV müssen konsequent den ganzen Tag getragen werden. Sie werden nach morgendlicher Hygiene angelegt und erst abends ausgezogen. Die Kompression verhindert Flüssigkeitseinlagerungen und reduziert Schmerzen.
Säule 2 ist die Manuelle Lymphdrainage. Zwei- bis dreimal wöchentlich sollten Sitzungen von 60 Minuten stattfinden. Die sanfte Massage regt den Lymphabfluss an, beeinflusst schmerzleitende Nervenfasern und lindert das Schweregefühl.
Säule 3 ist die Bewegungstherapie. Regelmäßige, schonende Bewegung unterstützt den Lymphfluss. Geeignet sind Schwimmen, Aqua-Fitness, Radfahren und Nordic Walking. Intensive Belastungen sollten vermieden werden.
Säule 4 ist die Hautpflege. Trockene Haut ist anfälliger für Verletzungen und Infektionen. Regelmäßige Pflege mit pH-neutralen Produkten ist wichtig.
Wirkung der konservativen Therapie: Die KPE kann Symptome lindern. Flüssigkeitseinlagerungen werden verhindert, Schmerzen temporär reduziert, die Beweglichkeit verbessert. Die Progression der Erkrankung wird verlangsamt. Aber: Die KPE ist keine Heilung.
Grenzen der konservativen Therapie: Die KPE behandelt Symptome, nicht die Ursache. Das krankhaft vermehrte Fettgewebe wird nicht reduziert. Die Erkrankung schreitet fort, wenn auch langsamer. Ohne Operation ist die Therapie lebenslang notwendig. Viele Patientinnen empfinden die tägliche Kompression als belastend, besonders im Sommer.
Warum 6 Monate Pflicht? Die Krankenkassen wollen sicherstellen, dass konservative Optionen ausgeschöpft wurden. Die sechsmonatige Dokumentation dient dem Nachweis der Therapieresistenz. Es soll vermieden werden, dass voreilig operiert wird. Die Regelung schützt Patientinnen vor unnötigen OPs und das Gesundheitssystem vor überhöhten Kosten.
Liposuktion als kausale Therapie: Im Gegensatz zur konservativen Behandlung beseitigt die Fettabsaugung bei Lipödem das erkrankte Gewebe an der Ursache. Die entfernten Fettzellen bilden sich nicht nach. Schmerzlinderung und Verbesserung der Lebensqualität sind langfristig anhaltend. Nach der OP wird weiterhin Kompression empfohlen, jedoch in deutlich reduziertem Umfang und nicht mehr lebenslang zwingend notwendig.
WAL-Methode und Tumeszenz-Technik im Vergleich
Alle drei Methoden – klassische Tumeszenz, WAL und PAL – sind vom G-BA als Kassenleistung zugelassen. Sie unterscheiden sich in Technik, Gewebeschonung und Heilungsverlauf.
Tumeszenz-Technik (Standard)
Die Tumeszenz-Technik ist der etablierte Standard. Vor der Absaugung wird eine große Menge Tumeszenz-Lösung ins Gewebe gespritzt. Die Lösung besteht aus Kochsalz, einem Betäubungsmittel und Adrenalin. Das Gewebe schwillt stark an. Die Betäubung wirkt lokal, Adrenalin verengt Blutgefäße und minimiert Blutungen.
Vorteil der Tumeszenz-Technik ist die effektive Blutstillung und gute Betäubung. Nachteil ist das große benötigte Flüssigkeitsvolumen von mehreren Litern. Die starke Schwellung erschwert die Sicht auf das Ergebnis während der OP. Die Drainage-Phase nach der Operation ist länger, da viel Flüssigkeit abfließen muss.
WAL (Wasserstrahl-assistierte Liposuktion)
Die WAL-Methode arbeitet mit einem feinen, fächerförmigen Wasserstrahl. Er löst die Fettzellen schonend aus dem Gewebeverband. Die Kochsalzlösung macht das Gewebe schmerzunempfindlich und spült gleichzeitig das gelöste Fett ab. Bindegewebe, Nerven und Blutgefäße bleiben dabei weitgehend unversehrt.
. Der Chirurg sieht das Ergebnis bereits während der OP und kann präziser arbeiten. Das Gewebetrauma ist geringer, die Heilung verläuft schneller. Besonders wichtig: Die Lymphgefäße werden geschont. Beim Lipödem ist das Lymphsystem bereits belastet – maximale Schonung ist essenziell.
Die Nachblutung ist geringer, Blutergüsse heilen schneller ab. Die OP-Dauer ist kürzer als bei klassischer Tumeszenz. Bei PassinAesthetik in Dresden wird die WAL-Methode bevorzugt eingesetzt, weil sie für Lipödem-Patientinnen die schonendste Option darstellt.
PAL (Power-Assisted Liposuction)
PAL setzt eine vibrierende Kanüle ein. Die Vibrationen erleichtern das Lösen der Fettzellen, besonders bei großen Volumina. Die Methode ist effizienter als reine Handarbeit. Allerdings ist das Gewebetrauma etwas höher als bei WAL, wenn auch geringer als bei alter manueller Technik. PAL ist eine gute Wahl bei ausgeprägten Befunden und großen zu behandelnden Arealen.
Vergleichstabelle: WAL vs. Tumeszenz vs. PAL
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Kriterium |
Tumeszenz |
WAL |
PAL |
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Flüssigkeitsbedarf |
Hoch (mehrere Liter) |
Mittel |
Mittel |
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Gewebeschonung |
Mittel |
Hoch |
Mittel |
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Lymphgefäßschutz |
Mittel |
Hoch |
Mittel |
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OP-Dauer |
Länger |
Mittel |
Kürzer |
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Ergebnis-Sichtbarkeit |
Verzögert (Schwellung) |
Verzögert |
Verzögert |
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Kassenleistung 2026 |
Ja |
Ja |
Ja |
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Nachblutung |
Mehr |
Weniger |
Mittel |
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Heilungsdauer |
Standard |
Schneller |
Standard |
Alle drei Methoden sind wirksam und sicher. Die Wahl hängt vom individuellen Befund, der Expertise des Chirurgen und den Präferenzen der Patientin ab. Bei Lipödem sprechen die Schonung des Lymphsystems und die geringere Gewebetraumatisierung für die WAL-Methode.
Lipödem OP Ablauf und Nachsorge
Eine Lipödem-OP ist anspruchsvoller als eine ästhetische Liposuktion. Oft sind mehrere Sitzungen notwendig, um alle betroffenen Areale zu behandeln.
OP-Ablauf
Vorgespräch und Planung: Im ausführlichen Erstgespräch werden die betroffenen Areale markiert. Der Chirurg erklärt den Ablauf, die Risiken und das zu erwartende Ergebnis. Fotos für die Dokumentation werden angefertigt. Gemeinsam legen Sie den OP-Termin fest. Bei ausgedehnten Befunden wird die Behandlung in mehrere Sitzungen aufgeteilt.
OP-Tag: Meist erfolgt die Operation in Vollnarkose. Bei kleineren Arealen ist mit der WAL-Methode auch Lokalanästhesie möglich. Die OP-Dauer beträgt je nach Größe des Areals eine bis drei Stunden. Über kleine Schnitte von nur 2 bis 3 Millimetern wird die Tumeszenz-Lösung eingebracht. Dann erfolgt die Fettabsaugung mit WAL, klassischer Tumeszenz oder PAL. Die Schnitte werden mit selbstauflösenden Nähten verschlossen oder bleiben teils offen, damit Flüssigkeit abfließen kann. In den ersten Stunden nach der OP ist ein Ablaufen von Tumeszenz-Flüssigkeit normal. Sofort wird ein Kompressionsmieder angelegt.
Stationär oder ambulant? Bei Absaugvolumen unter 3.000 Milliliter reinem Fett ist eine ambulante Behandlung möglich. Größere Eingriffe erfordern eine stationäre Überwachung von mindestens 12 Stunden. Die Entscheidung wird individuell getroffen und hängt auch vom Gesundheitszustand ab.
Nachsorge-Protokoll
Kompression (wichtigste Maßnahme!): Das nach Maß gefertigte Kompressionsmieder muss 24 Stunden am Tag für sechs Wochen getragen werden. Nur zum Duschen wird es ausgezogen. Es unterstützt die Formung des Gewebes und verhindert Schwellungen. Nach sechs Wochen folgen Kompressionsstrümpfe für weitere sechs Wochen. Die Kompression ist essenziell für ein gutes Ergebnis.
Lymphdrainage: Ab dem dritten oder vierten Tag nach der OP beginnt die Manuelle Lymphdrainage. Sie wird zwei- bis dreimal wöchentlich durchgeführt. Sie beschleunigt den Heilungsprozess und reduziert Schwellungen.
Kontrolltermine: Die erste Kontrolle erfolgt am dritten oder vierten Tag. Der Chirurg kontrolliert die Wunden und gibt grünes Licht zum Duschen. Die zweite Kontrolle findet nach 10 bis 14 Tagen statt. Falls nicht selbstauflösende Fäden verwendet wurden, werden diese gezogen. Die dritte Kontrolle nach sechs Wochen dient dem Wechsel vom Mieder zu Strümpfen. Die Endkontrolle nach 12 Monaten zeigt das finale Ergebnis.
Aktivitäten: Die Arbeitsfähigkeit ist nach ein bis zwei Wochen wieder gegeben, abhängig vom Beruf. Leichte Tätigkeiten sind früher möglich, körperlich anstrengende Arbeiten brauchen mehr Zeit. Sport ist nach sechs Wochen erlaubt. Sauna und Schwimmen sollten ebenfalls sechs Wochen warten. Das endgültige Ergebnis ist erst nach 12 Monaten vollständig sichtbar. Das Gewebe braucht diese Zeit, um sich zu straffen und die endgültige Form anzunehmen.
Mehrere Sitzungen meist nötig
Bei Lipödem an den Beinen sind meist zwei bis drei Sitzungen erforderlich. Oberschenkel, Unterschenkel und Knie werden in separaten Eingriffen behandelt. Der Grund ist die Volumenbegrenzung von maximal 3 Litern reinem Fett pro OP. Zwischen den Sitzungen muss ein Abstand von mindestens drei Monaten liegen. Jede Sitzung erfordert eine vollständige Heilungsphase mit Kompression und Lymphdrainage.
Bei Armen sind ein, selten zwei Sitzungen üblich. Der Behandlungsplan wird individuell erstellt. Manche Patientinnen wollen alle Sitzungen innerhalb eines Jahres absolvieren, andere legen längere Pausen ein.
LIPLEG-Studie: Wissenschaftliche Evidenz für die Kassenleistung
Die LIPLEG-Studie bildet die wissenschaftliche Grundlage für den G-BA-Beschluss. Ohne diese Studie gäbe es keine Kassenleistung.
Studien-Design: LIPLEG ist eine randomisierte kontrollierte Studie – der Goldstandard der medizinischen Forschung. Über 400 Teilnehmerinnen mit Lipödem in den Stadien I, II oder III nahmen teil. Es wurden mehr als 1.000 Liposuktionen durchgeführt. 14 Studienzentren in ganz Deutschland beteiligten sich. Die Laufzeit erstreckte sich über mehrere Jahre mit Langzeit-Follow-up. Finanziert wurde die Studie vom G-BA selbst, um eine unabhängige Bewertung zu ermöglichen.
Vergleich: Die Teilnehmerinnen wurden in zwei Gruppen eingeteilt. Gruppe A erhielt Liposuktion plus konservative Therapie (KPE). Gruppe B erhielt nur konservative Therapie. Beide Gruppen wurden über Jahre hinweg begleitet und regelmäßig untersucht. So konnte der tatsächliche Zusatznutzen der Operation objektiv gemessen werden.
Ergebnisse: Die Studie zeigte einen klaren Nutzen der Liposuktion. Die Symptomlinderung war in der OP-Gruppe signifikant besser als bei alleiniger konservativer Therapie. Schmerzen wurden langfristig reduziert. Die Lebensqualität verbesserte sich deutlich und anhaltend. Beweglichkeit und körperliche Aktivität nahmen zu. Die psychosoziale Belastung sank. Auch Jahre nach der OP hielt der positive Effekt an.
Bedeutung: Diese positiven Ergebnisse führten zur positiven Nutzenbewertung durch den G-BA. Die Liposuktion ist nicht nur symptomatisch wirksam, sondern kausal – sie beseitigt das erkrankte Gewebe. Der Beschluss vom 17. Juli 2025 basiert direkt auf der LIPLEG-Studie. Ohne diesen wissenschaftlichen Nachweis wäre die Fettabsaugung bei Lipödem weiterhin keine Regelleistung.
Kritische Bewertung: Die Studienqualität ist hoch. Randomisierte kontrollierte Studien mit mehreren hundert Teilnehmern sind selten in der Chirurgie. Das multizentrische Design erhöht die Validität – die Ergebnisse sind nicht auf einzelne Spezialisten beschränkt. Das mehrjährige Follow-up zeigt, dass die positiven Effekte anhalten. Die LIPLEG-Studie ist ein Meilenstein in der Anerkennung des Lipödems als behandlungsbedürftige Erkrankung.
Lipödem Behandlung Dresden – Expertise bei PassinAesthetik
In Dresden finden Lipödem-Patientinnen bei PassinAesthetik am Schillerplatz kompetente Ansprechpartner.
Dr. med. Stefan Passin – Facharzt für Plastische und Ästhetische Chirurgie: Dr. Passin verfügt über langjährige Spezialisierung in der Lipödem-Behandlung. Er erfüllt alle Qualifikationsanforderungen des G-BA, einschließlich der geforderten Mindestanzahl von 50 eigenständigen Lipödem-Operationen.Die Mitgliedschaft in der DGPRÄC unterstreicht die fachliche Qualifikation.
WAL-Methode bei PassinAesthetik: Die Praxis setzt bevorzugt die Wasserstrahl-assistierte oder die Vibrations-assistierte Liposuktion ein, je nach Befund. Der Grund: Höchste Gewebeschonung und optimaler Schutz der Lymphgefäße. Bei kleineren Arealen ist sogar Lokalanästhesie möglich, was die Belastung für die Patientin weiter reduziert. Die Ergebnisse bei Lipödem-Behandlung unterscheiden sich nicht zwischen WAL-Methode oder Vibations-Methode (PAL).
Vier-Augen-Prinzip: Kooperationsnetzwerk: Die Praxis arbeitet eng mit Phlebologen und Angiologen in Dresden zusammen. So wird die Erfüllung des Vier-Augen-Prinzips gewährleistet. Die interdisziplinäre Betreuung sichert eine fundierte Diagnose und Indikationsstellung.
Individuelle Beratung: Im ausführlichen Erstgespräch wird die medizinische Indikation sorgfältig geprüft. Realistische Erwartungen werden geschaffen – keine falschen Versprechungen. Die OP-Planung erfolgt individuell, einschließlich der Anzahl notwendiger Sitzungen. Transparenz steht im Vordergrund.
Kassenleistung UND Selbstzahler: Für Patientinnen, die die Kriterien nicht erfüllen (BMI über 35 oder keine 6-Monats-Therapie), besteht die Selbstzahler-Option. Die Kosten werden transparent aufgeklärt. Ratenzahlung ist möglich.
Selbstzahler-Option – Wann sinnvoll? Wenn der BMI über 35 kg/m² liegt, übernimmt die Kasse nicht. Dennoch kann die medizinische Indikation bestehen – Schmerzen und Bewegungseinschränkungen kennen keine BMI-Grenze. Auch wenn die sechsmonatige konservative Therapie noch nicht absolviert wurde, kann eine OP medizinisch sinnvoll sein. Als Selbstzahler haben Sie freie Arztwahl und keine Wartezeit. Die Kosten liegen bei 4.000 bis 8.000 Euro pro Eingriff. Da oft mehrere Sitzungen nötig sind, können Gesamtkosten von 12.000 bis 24.000 Euro entstehen. Finanzierung über Ratenzahlung sind möglich.
Standort und Kontakt: Die Praxis liegt zentral am Schillerplatz: Hüblerstraße 1, 01309 Dresden. Die Lage ist gut erreichbar mit öffentlichen Verkehrsmitteln und PKW. Parkmöglichkeiten sind vorhanden. Telefonisch erreichen Sie die Praxis unter 0351 3103 961. Vereinbaren Sie einen Termin für ein Erstgespräch. Weitere Informationen zur Lipödem-Behandlung finden Sie auf der Website.
Was Patientinnen erwartet: Empathische Beratung, die das Leiden ernst nimmt. Medizinische Expertise auf höchstem Niveau. Modernste Technik mit der WAL- oder PAL-Methode. Individuelle Behandlungsplanung ohne Schema F. Engmaschige Nachsorge mit festen Kontrollterminen. Langfristige Betreuung auch nach Abschluss aller Sitzungen. Bei PassinAesthetik stehen Sie als Mensch im Mittelpunkt, nicht als „Fall“.
Häufig gestellte Fragen (FAQ)
Kann Lipödem-Fett nach der OP wiederkommen?
Nein, an den behandelten Stellen kommt das Lipödem-Fett nach aktueller Forschung nicht wieder. Die entfernten Fettzellen bilden sich nicht neu. Allerdings können unbehandelte Areale weiterhin betroffen sein. Deshalb ist die vollständige Entfernung aller erkrankten Zellen wichtig. Neue Lipödem-Herde an anderen Körperstellen sind möglich, wenn die genetische Veranlagung besteht.
Wie lange dauert die Heilung nach einer Lipödem-OP?
Die vollständige Heilung dauert etwa 12 Monate nach der letzten Operation. Die Behandlungsbedürftigkeit mit Kompression und Lymphdrainage endet meist nach vier Wochen. Sie sind nach ein bis zwei Wochen wieder arbeitsfähig, abhängig von Ihrem Beruf. Sport ist nach sechs Wochen erlaubt. Das endgültige ästhetische Ergebnis zeigt sich erst nach einem Jahr.
Ist die Lipödem-OP schmerzhaft?
Die Operation selbst ist nicht schmerzhaft, da sie in Vollnarkose oder Lokalanästhesie durchgeführt wird. In der Nachsorge treten leichte bis mittlere Schmerzen auf, die gut mit Schmerzmitteln beherrschbar sind. Die Kompression kann zunächst unangenehm sein, ist aber essenziell für das Ergebnis. Die meisten Patientinnen empfinden die Beschwerden als deutlich erträglicher als die chronischen Lipödem-Schmerzen vor der OP.
Wer stellt die Lipödem-Diagnose?
Die Diagnose wird von qualifizierten Fachärzten gestellt: Angiologie, Dermatologie, Phlebologie oder Physikalische Rehabilitationsmedizin. Die Diagnostik erfolgt durch Anamnese, Inspektion und Palpation – also durch Befragung, Betrachten und Abtasten. Laboruntersuchungen oder Bildgebung sind nicht notwendig. Für die Kassenleistung ab 2026 ist das Vier-Augen-Prinzip erforderlich: Zwei unabhängige Fachärzte müssen Diagnose und OP-Indikation bestätigen.
Was ist das Vier-Augen-Prinzip?
Das Vier-Augen-Prinzip ist eine neue Anforderung ab 2026. Zwei unabhängige Fachärzte müssen die Diagnose und OP-Indikation bestätigen. Facharzt 1 stellt die Erstdiagnose. Facharzt 2 bestätigt unabhängig die Notwendigkeit der Operation – er darf nicht der operierende Chirurg sein. Ziel ist Qualitätssicherung und Vermeidung von Überdiagnostik. Das Prinzip soll sicherstellen, dass nur bei klarer medizinischer Indikation operiert wird.
Geht es auch ohne 6 Monate konservative Therapie?
Als Kassenleistung nicht. Die sechsmonatige Komplexe Physikalische Entstauungstherapie mit lückenloser Dokumentation ist Pflicht-Voraussetzung. Sie dient dem Nachweis der Therapieresistenz. Als Selbstzahlerin können Sie die OP ohne vorherige 6-Monats-Therapie durchführen lassen, wenn die medizinische Indikation durch einen erfahrenen Chirurgen bestätigt wird. Diese Option ist sinnvoll bei starken Beschwerden und klarem Befund.
Was kostet die Lipödem-OP als Selbstzahler?
Ein einzelner Eingriff kostet zwischen 4.000 und 8.000 Euro. Da meist zwei bis drei Eingriffe notwendig sind, liegen die Gesamtkosten bei 12.000 bis 24.000 Euro. Die genauen Kosten hängen von der Größe der Areale und dem Behandlungsumfang ab. Viele Kliniken bieten Finanzierung oder Ratenzahlung an. Informieren Sie sich über Finanzierungsmöglichkeiten. Eventuell können die Kosten als außergewöhnliche Belastung steuerlich geltend gemacht werden.
Welche Methode ist die beste für Lipödem?
Die WAL-Methode (Wasserstrahl-assistierte Liposuktion) gilt als besonders gewebeschonend und lymphgefäßschonend bei Lipödem. und schont das bereits belastete Lymphsystem optimal. Die klassische Tumeszenz-Technik ist erprobt und wirksam. PAL ist effizient bei großen Volumina. Alle drei Methoden sind vom G-BA als Kassenleistung zugelassen. Die individuelle Empfehlung erfolgt durch den Chirurgen basierend auf Ihrem Befund.
Kann man Lipödem vorbeugen?
Nein, Lipödem ist eine genetisch bedingte Erkrankung. Eine Vorbeugung ist nicht möglich. Ein gesunder Lebensstil mit Normalgewicht und regelmäßiger Bewegung kann die Progression verlangsamen, verhindert die Entstehung aber nicht. Bei ersten Symptomen sollten Sie frühzeitig mit Kompressionstherapie beginnen. Das kann den Verlauf positiv beeinflussen und die Entwicklung eines Lipo-Lymphödems verzögern oder verhindern.
Übernimmt die Krankenkasse auch Stadium 1?
Ja! Seit 2026 werden alle Stadien I, II und III bei Erfüllung der Voraussetzungen übernommen. Bedingung ist, dass Symptome vorliegen – Schmerzen, Bewegungseinschränkung oder psychosoziale Belastung. Die neue S2k-Leitlinie stellt klar: Nicht das Stadium ist entscheidend, sondern die Symptomatik. Eine Patientin mit Stadium I kann stärkere Beschwerden haben als jemand mit Stadium III. Die stadien-unabhängige Bewertung ist ein wichtiger Fortschritt.
Was ist der Unterschied zwischen Lipödem-OP und normaler Fettabsaugung?
Bei der Lipödem-OP erfolgt vollständige Entfernung aller erkrankten Fettzellen, achsengerecht zu den Lymphbahnen, mit maximaler Lymphgefäßschonung und bei medizinischer Indikation. Bei ästhetischer Liposuktion reicht partielle Fettentfernung für die Silhouette, die Technik ist Criss-Cross für gleichmäßige Konturen, das Lymphsystem ist gesund und die Indikation ist kosmetisch. Die Lipödem-OP ist anspruchsvoller und erfordert besondere Expertise.
Kann ich nach der OP wieder zunehmen?
An den behandelten Stellen kommt das Lipödem-Fett nicht wieder. Aber Gewichtszunahme ist auch bei Lipödem-Patientinnen möglich – die verbliebenen gesunden Fettzellen können sich vergrößern. Ein gesunder Lebensstil nach der OP ist wichtig, um das Ergebnis zu erhalten. Starkes Übergewicht kann das Ergebnis beeinträchtigen und unbehandelte Areale belasten. Die OP ist kein Freifahrtschein für ungesunde Ernährung.
Über den Autor
Dr. med. Stefan Passin, Facharzt für Plastische und Ästhetische Chirurgie
Dr. med. Stefan Passin ist Facharzt für Plastische und Ästhetische Chirurgie mit über 15 Jahren Erfahrung.
Seine Schwerpunkte liegen in der Brustchirurgie, der Lipödem-Behandlung sowie modernen Haartransplantations-Verfahren.
In seiner Praxis am Dresdner Schillerplatz steht das individuelle Patientengespräch und ein natürliches, harmonisches Ergebnis im Vordergrund.
Quellen und weiterführende Informationen
Wissenschaftliche Quellen
- G-BA: Operative Behandlung des Lipödems – Pressemitteilung vom 17.07.2025 https://www.g-ba.de/presse/pressemitteilungen-meldungen/1274/
- KBV: Fettabsaugung wird anerkannte Behandlungsmethode bei Lipödem https://www.kbv.de/praxis/tools-und-services/praxisnachrichten/2025/07-17/
- AWMF: S2k-Leitlinie Lipödem (037-012), Stand 2024 https://register.awmf.org/de/leitlinien/detail/037-012
- DGÄPC: Lipödem – Diagnose, Indikation, Therapie https://www.dgaepc.de/aesthetisch-plastische-chirurgie/koerper/lipoedem/
- G-BA: LIPLEG-Studie – Erprobung Liposuktion bei Lipödem https://www.g-ba.de/studien/erprobung/lipleg-studie/
Weiterführende Artikel
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Medizinischer Hinweis:
Dieser Artikel dient ausschließlich der Information und ersetzt keine persönliche medizinische Beratung.
Für individuelle Fragen zu Ihrer Behandlung vereinbaren Sie bitte einen Termin in unserer Praxis.
Jede medizinische Behandlung birgt Risiken, die im persönlichen Gespräch ausführlich besprochen werden.